Der Entwickler Aram Novel Marutian konzentriert sich in den Projekten Ctěnický háj und Via Sancta auf den Passivstandard,
präzise architektonische Lösungen und die Implementierung von Technologien, die von Österreich und der Schweiz inspiriert
sind.
„Unser Ziel ist es, Projekte zu realisieren, die auch in zwanzig Jahren funktional und relevant sind“, erklärt der Eigentümer
von Atlantis Development.
In Ihren Projekten verbinden Sie Energieeffizienz, natürliche Materialien und niedriggeschossige Architektur. Wie entstand
diese Entwicklungsphilosophie?
Von Beginn an stellten wir uns die Frage, wie Wohnprojekte langfristig bestehen können – nicht nur wirtschaftlich, sondern
auch gesellschaftlich und ökologisch. Unser erstes Projekt waren die Žižkovské pavlače, bei denen wir erstmals mit Niedrigenergielösungen
gearbeitet haben. Es folgte Ctěnický háj, wo wir uns bewusst für den Passivstandard entschieden. Das Ergebnis war ein
Projekt mit außergewöhnlich geringem Energiebedarf.
Unser aktuelles Projekt Via Sancta Vinoř geht noch einen Schritt weiter. Unser Ziel ist es, eine führende Rolle in der nachhaltigen
Wohnprojektentwicklung in Tschechien einzunehmen und zu zeigen, dass es möglich ist, einen neuen Standard für die Zukunft
zu setzen – nicht nur den bestehenden zu erfüllen.
Worin besteht die Nachhaltigkeit des Projekts Via Sancta Vinoř?
Via Sancta basiert auf drei Säulen: ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit. Unsere ESG-Strategie umfasst
sechs zentrale Bereiche – von Energieeffizienz und Wassermanagement über die Förderung von Grünflächen und ein gesundes
Raumklima bis hin zu nachhaltiger Mobilität und Kreislaufwirtschaft im Bauwesen.
Wir setzen auf geothermische Wärmepumpen (Sole-Wasser), passive Kühlung, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, Photovoltaik-Vorbereitung
sowie ein System zur Nutzung von Regenwasser. Das Projekt erreicht zudem Klimaneutralität in der Bauphase. Mehr als 70 Prozent
der verwendeten Materialien sind ökologisch zertifiziert, über 50 Prozent bestehen aus recycelten Rohstoffen.
Via Sancta steht nicht nur für Nachhaltigkeit, sondern auch für hohe Wohnqualität.
Ganz genau. Von Anfang an wollten wir zeigen, dass Nachhaltigkeit und Premiumqualität keinen Widerspruch darstellen – im
Gegenteil, sie ergänzen sich. Deshalb haben wir die technischen Standards auf das Niveau hochwertigen Wohnens angehoben:
dreischichtige Holzböden, Holz-Aluminium-Fenster, großformatige Fliesen sowie hochwertige Sanitärausstattung.
Wir sind überzeugt, dass sich die Investition in ein gesundes und qualitativ hochwertiges Lebensumfeld in jedem Detail widerspiegeln
muss.
Sie sprechen von Technologien – was bildet den technologischen Kern des Projekts?
Unsere Inspiration stammt aus Österreich und der Schweiz, wo wir nachhaltige Wohnprojekte analysiert haben. Dabei ging es
nicht nur um Gesamtkonzepte, sondern auch um konstruktive Details und technische Lösungen.
Auf dieser Grundlage haben wir Technologien von Unternehmen integriert, die in ihrem Bereich zur Spitzenklasse zählen –
sowohl renommierte europäische Hersteller als auch führende tschechische Technologieunternehmen.
Welche konkreten Technologien stehen den Bewohnern zur Verfügung?
In den Wohnungen ist das KNX-Smart-Home-System installiert, mit dem sich Heizung, Kühlung, Jalousien und Beleuchtung steuern
lassen. Jeder Stellplatz ist baulich auf die Installation einer Ladestation für Elektrofahrzeuge vorbereitet.
Ein wesentlicher Mehrwert entstand zudem durch die Zusammenarbeit mit Schneider Electric, einem weltweit führenden Unternehmen
im Bereich Energiemanagement. Dadurch konnten wir intelligente Systeme zur Steuerung von Energieeffizienz und Wohnkomfort
integrieren.
Ihre Projekte in Prag unterscheiden sich deutlich von klassischer Entwicklerarchitektur. Warum setzen Sie auf niedriggeschossige
Gebäude?
Wir sind überzeugt, dass niedriggeschossige Bauweise deutlich mehr Ruhe und Privatsphäre bietet. Die Gebäude verfügen
über drei Etagen und beherbergen jeweils maximal acht bis zwölf Wohnungen. Dadurch entsteht eine völlig andere Atmosphäre
als in großen Wohnblöcken mit Dutzenden von Einheiten.
Uns ist wichtig, dass sich die Menschen nicht dem Druck einer überverdichteten Umgebung ausgesetzt fühlen. So kann sich
Gemeinschaft auf natürliche Weise entwickeln, Nachbarn begegnen sich selbstverständlich. Dieses Konzept hat sich bereits
bei Ctěnický háj bewährt, und bei Via Sancta entwickeln wir es in größerem Umfang weiter.
Wie gestalten Sie die Außenbereiche des Projekts?
Die Landschaftsarchitektur ist ein zentrales Element. Das Projekt umfasst zwei Parks, ein natürliches Amphitheater, einen
Platz mit Geschäften, Workout-Zonen sowie eine Anbindung an den umliegenden Radweg.
Unser Ziel ist es, dass sich die Menschen nicht nur in ihrer Wohnung wohlfühlen, sondern auch in ihrem gesamten Lebensumfeld.
Deshalb fördern wir aktiv das Gemeinschaftsleben und planen gesellschaftliche Veranstaltungen sowie Nachbarschaftsfeste.
Wir sind überzeugt, dass qualitativ hochwertiges städtisches Wohnen dort entsteht, wo Menschen ihre Umgebung selbstverständlich
als ihr Zuhause annehmen können.
Was hat Sie persönlich zu diesem Ansatz geführt?
Persönliche Erfahrung. Ich habe in Passivhäuser in Österreich und der Schweiz investiert. Bereits zuvor habe ich gemeinsam
mit tschechischen Architekten den Bau eines Hotels realisiert, das später in das internationale Netzwerk Best Western aufgenommen
wurde.
Diese Erfahrungen haben unser technisches Know-how geprägt und unsere Überzeugung gestärkt, dass Architektur nicht nur
ästhetisch, sondern auch funktional und verantwortungsvoll sein muss.
Als tschechischer Staatsbürger empfinde ich Verantwortung gegenüber der Umgebung, in der ich lebe. Ich möchte Projekte
realisieren, die auch in zwanzig Jahren Bestand haben – unabhängig von wirtschaftlichen Zyklen oder Trends. Unsere Häuser
sollen gesund, nachhaltig und hochwertig gebaut sein. Das ist die DNA von Atlantis Development.
An dem Projekt sind zahlreiche Partner beteiligt. Wer steht hinter dem Erfolg?
Unsere Vision wäre ohne die Zusammenarbeit mit führenden Experten nicht realisierbar gewesen. Dazu gehören der Architekt
Břetislav Lukeš als Autor des Projekts, das Planungsatelier OMEGA Project, das Technologieunternehmen VENTIA, spezialisiert
auf nachhaltige Systeme für den Wohnungsbau, sowie Schneider Electric als Fachberater für intelligente Gebäudesteuerung.
Ihnen allen gilt unser großer Dank – gemeinsam verschieben wir die Grenzen der tschechischen Wohnprojektentwicklung.
Wann können die ersten Bewohner von Via Sancta in ihre neuen Wohnungen einziehen?
Der Baubeginn ist für das zweite Quartal 2026 geplant, wobei ein früherer Start nicht ausgeschlossen ist. Damit behalten
wir Flexibilität im Zeitplan. Die Fertigstellung der ersten Bauphase ist für 2028 vorgesehen.
Wichtig ist, dass diese Phase bereits den Großteil der Infrastruktur umfasst. Parks, Sportflächen und weitere Außenanlagen
stehen somit von Anfang an zur Verfügung. Das Projekt wird daher bereits in den ersten Monaten als vollwertiger Wohnort funktionieren
– nicht als Baustelle, die auf weitere Entwicklungsphasen wartet.
Wird sich Atlantis Development auch in Zukunft in diese Richtung entwickeln?
Wir werden den eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgen: niedriggeschossige Bauweise, hochwertige Technologien, natürliche
Materialien und eine starke gemeinschaftliche Dimension.
Es geht uns nicht um schnelles Wachstum, sondern darum, in Prag und Umgebung gemeinschaftsorientierte Wohnprojekte mit hohem
Standard und einem großen Anteil an Grünflächen zu realisieren.
Jedes neue Projekt soll einen weiteren Evolutionsschritt darstellen – so wie sich Ctěnický háj im Vergleich zu früheren
Projekten weiterentwickelt hat und Via Sancta den Standard nochmals anhebt. Vinoř sehen wir als Standort, an dem sich solche
Projekte langfristig und nachhaltig entwickeln lassen.